 | "Bürgerrechte in Europa stärken" |
| Zum Abschluss-Workshop zum Forschungsvorhaben "EU-wide Letter of
Rights in Criminal Proceedings: Towards Best Practice", bei dem
auch der belgische Justizminister und amtierende
EU-Ratspräsident für den Bereich Justiz und Innen,
Stefaan De Clerck, anwesend war, erklärte
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger heute in
Berlin:
Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch geltend machen. Dies
gilt auch und gerade für das Strafverfahren. Deshalb muss
jeder, der von einem Strafverfahren betroffen ist, über seine
Rechte auch verständlich informiert werden. Den fundamentalen
Grundsatz eines fairen Verfahrens müssen wir stets im Auge
behalten. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich darauf
verlassen können, dass es für sie überall in der EU
das gleiche Mindestmaß an Rechten gibt, wenn sie einmal von
einem Strafverfahren betroffen sind. Zu diesen Rechten zählt
das Recht auf Übersetzung und Dolmetschung, auf das sich die
EU-Justizminister bereits Anfang Juni politisch geeinigt haben.
Dieses [...]
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 | Leitlinien der katholischen Kirche: Richtige Lehren aus bisherigen Schwächen ziehen |
| Zur Vorstellung der neuen Leitlinien der katholischen Kirche
für den Umgang mit sexueller Gewalt erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Grundsätzlich lassen die überarbeiteten Leitlinien der
katholischen Kirche das Bemühen erkennen, aus den
Schwächen der alten Richtlinien die richtigen Lehren zu
ziehen. Die Klarstellung der Bischofskonferenz zeigt, dass die
katholische Kirche unabhängig vom Ansehen der Institution eine
engere Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden
anstrebt. Die bisherige Arbeit des Runden Tisches hat hier
Früchte getragen.
Nicht ganz deutlich wird, wie in innerkirchlichen Institutionen
künftig mit den Fällen umgegangen werden soll, in denen
das mutmaßliche Opfer der Einschaltung der Staatsanwaltschaft
ausdrücklich widerspricht. Außerdem bleibt unklar, ob
innerkirchliche Voruntersuchungen künftig ausgesetzt werden
sollen, um staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nicht zu
behindern.
Der Runde Tisch der Bundesregierung wird Leitlinien zur
Einschaltung der [...]
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 | Restrukturierungsgesetz: Bundesregierung zieht die richtigen Lehren aus der Finanzmarktkrise |
| Zu dem heute vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf des
Bundesfinanzministeriums und des Bundesjustizministeriums zur
Restrukturierung und geordneten Abwicklung von Kreditinstituten,
zur Errichtung eines Restrukturierungsfonds für
Kreditinstitute und zur Verlängerung der Verjährungsfrist
der aktienrechtlichen Organhaftung erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Der Gesetzentwurf zieht die richtigen Lehren aus der
Finanzmarktkrise. Enteignungen wie bei der HRE sind - auch als
Ultima Ratio - mit einer marktwirtschaftlichen Ordnung nicht in
Einklang zu bringen. Das Restrukturierungsgesetz bietet mit seinem
Verfahren eine klare Alternative zur Enteignung. Der Gesetzentwurf
stellt sicher, dass Bankinstitute weit unterhalb der Schwelle der
Enteignung in einem geordneten Verfahren frühzeitig saniert
werden können. Das Restrukturierungsgesetz setzt auf
Privatautonomie und stärkt die Eigenverantwortung der
Unternehmer. Das Modell bietet die Chance, eigenverantwortlich und
zunächst ohne [...]
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 | Justizministerin stärkt Freiheit der Presse |
| Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum
heutigen Kabinettsbeschluss eines Gesetzentwurfs zur Stärkung
der Pressefreiheit:
Der heute beschlossene Gesetzentwurf zur Stärkung der
Pressefreiheit ist ein klares Bekenntnis zu einer freien,
unabhängigen Presse. Eine freie Presse ist Grundvoraussetzung
einer transparenten und offenen Gesellschaft. Medienangehörige
müssen ihrer Aufgabe als "Vierte Gewalt" zur Kontrolle des
staatlichen Handelns ungehindert ausüben können.
Damit Journalisten ohne Angst vor Strafverfolgung recherchieren
können, werden sie zukünftig nicht mehr wegen Beihilfe
zum Geheimnisverrat verfolgt, wenn sie ihnen zugespielte
Dienstgeheimnisse veröffentlichen. Die Pflicht, bestimmte
Informationen geheim zu halten, trifft nur die jeweilige Amtsperson
- nicht aber den Journalisten.
Zum Hintergrund
Das Bundeskabinett hat heute einen von Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorgeschlagenen Gesetzentwurf
beschlossen, wonach Journalisten und deren Informanten [...]
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 | Restrukturierungsgesetz als Alternative zur Enteignung |
| Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat am
8. Juli 2010 gemeinsam mit Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang
Schäuble einen Gesetzentwurf zur Bankenrestrukturierung an
Länder und Verbände versandt. Damit werden Eckpunkte zur
Bankenrettung umgesetzt, die das Bundeskabinett am 31. März
2010 beschlossen hat.
Für die Bundesjustizministerin sind die Konsequenzen aus
der Finanzmarktkrise und speziell dem Sturz der HRE-Bank:
strauchelnde Banken müssen aufgefangen werden und eine echte
Chance auf Sanierung entwickeln können.
Enteignungen wie bei der HRE sind - auch als ultima ratio - mit
einer marktwirtschaftlichen Ordnung nicht in Einklang zu bringen.
Die Bundesjustizministerin hat mit ihrem Vorschlag für ein
Reorganisationsverfahren eine klare Alternative zur
Enteignung entwickelt.
Der Gesetzentwurf stellt sicher, dass Bankinstitute weit
unterhalb der Schwelle der Enteignung in einem geordneten Verfahren
frühzeitig saniert werden können. Der Vorschlag setzt auf
Privatautonomie und stärkt die [...]
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 | Elterliche Sorge: Schon vor der Reform mehr Rechte für ledige Väter |
| Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
erläutert neue Möglichkeiten für ledige Väter,
schon vor einer gesetzlichen Neuregelung das gemeinsame Sorgerecht
für ihre nichtehelichen Kinder zu erhalten:
Bei der elterlichen Sorge hat sich die Rechtslage geändert.
Ledige Väter haben heute mehr Rechte als vor einem Monat.
Bisher hatten Väter nichtehelicher Kinder keine
Möglichkeit, das gemeinsame Sorgerecht gegen den Willen der
Mutter zu bekommen. Die Zustimmungsverweigerung der Mutter konnte
nicht einmal gerichtlich überprüft werden - das haben der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das
Bundesverfassungsgericht beanstandet.
Ab sofort können betroffene Väter eine gerichtliche
Entscheidung beantragen, wenn dem gemeinsamen Sorgerecht die
Zustimmungsverweigerung der Mutter entgegensteht. Vorläufige
Anordnungen des Bundesverfassungsgerichts schaffen neue
Rechtsschutzmöglichkeiten. Betroffene Väter müssen
nicht auf die gesetzliche Neuregelung warten.
Das Bundesjustizministerium arbeitet an [...]
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 | Überlange Prozesse: Mehr Rechtsschutz mit Entschädigungslösung |
| Zu dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf
über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren
und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Der heute beschlossene Gesetzentwurf bietet mehr Rechtsschutz
bei überlangen Prozessen. Immer wieder dauern einzelne
Gerichtsverfahren zu lange, auch wenn Deutschland bei der
Prozessdauer insgesamt gut dasteht. Jeder überlange Prozess
belastet die Betroffenen, persönlich und finanziell.
Jeder hat Anspruch auf gerichtlichen Rechtsschutz in
angemessener Zeit. Seit vielen Jahren verlangt der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) von Deutschland bessere
Rechtsbehelfe bei überlangen Verfahren. Bei vier von fünf
Verurteilungen Deutschlands durch den EGMR geht es um
überlange Verfahren. Endlich werden die Versprechen des
Grundgesetzes und der Menschenrechtskonvention eingelöst. Die
Entschädigungslösung gibt den Betroffenen ein wirksames
Mittel, um sich gegen unangemessen lange [...]
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 | Erbschaftssteuer: Bundesverfassungsgericht bestätigt Bemühen der Bundesregierung |
| Zu der heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur
Gleichstellung eingetragener Lebenspartner im Erbschafts- und
Schenkungssteuerrecht erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bestätigt
die Bundesregierung in ihrem Bemühen, die Gleichbehandlung von
eingetragenen Lebenspartnern voranzutreiben. Die
Koalitionsvereinbarung sieht für eingetragene Lebenspartner
den Abbau gleichheitswidriger Benachteiligungen im Steuerrecht und
die volle Gleichstellung im Beamtenrecht vor.
Bereits im Mai dieses Jahres hat das Bundeskabinett mit dem
Jahressteuergesetz 2010 die Gleichbehandlung von Lebenspartnern im
Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht beschlossen. Die
Dienstrechtsreform des Bundesinnenministeriums ist bereits in der
Endabstimmung und kann bald im Bundeskabinett beschlossen
werden.
Die heutige Entscheidung wird die Gleichstellung von
gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern in allen Bereichen
befördern. Das Bundesverfassungsgericht [...]
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 | Sicherungsverwahrung: Mehrheit der Länder unterstützt die Bundesjustizministerin |
| Zum heutigen Bund-Länder-Fachgespräch zur
Sicherungsverwahrung erklärt die Staatssekretärin im
Bundesministerium der Justiz, Dr. Birgit Grundmann:
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte zur Sicherungsverwahrung stellt Bund und Länder
vor große Herausforderungen. Bei zahlreichen noch
gefährlichen Straftätern steht die Justiz vor dem
Problem, infolge des Straßburger Urteils über die
Freilassung aus der Sicherungsverwahrung entscheiden zu
müssen. Ich habe daher heute gemeinsam mit meinen Amtskollegen
aus den Ländern Möglichkeiten erörtert, wie der
Schutz der Bevölkerung bestmöglich sichergestellt werden
kann. In einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre haben
die Vertreter der Länder dargelegt, dass sie beim Umgang mit
gefährlichen Straftätern vor allem zahlreiche praktische
Probleme zu bewältigen haben.
Ich habe deutlich gemacht, dass das Bundesjustizministerium
Vorschläge unterbreitet hat, mit denen der Bundesgesetzgeber
seine rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen
würde. Diese [...]
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 | Elterliche Sorge: Bundesverfassungsgericht bestärkt Reformüberlegungen |
| Zur heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur
elterlichen Sorge lediger Väter erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Die heutige Entscheidung liegt auf der Linie des Urteils des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 3.
Dezember 2009. Ich habe bereits unmittelbar nach dem Urteil des
EGMR mit den Arbeiten an einer Neuregelung zum Sorgerecht
begonnen.
Ich begrüße die heutige Entscheidung
ausdrücklich, weil sie den betroffenen Vätern ab sofort
mehr Rechte bei der Ausübung der gemeinsamen Sorge verschafft.
Das Urteil bestärkt mich in meinen Überlegungen, die
Rechte der Väter nichtehelicher Kinder deutlich zu verbessern.
Ich will eine Reform, die den betroffenen Vätern Wege
aufzeigt, wie sie auch ohne vorherige gerichtliche Entscheidung ihr
Sorgerecht ausüben können. Ziel ist ein
unbürokratisches Verfahren, bei dem das Wohl der betroffenen
Kinder stets Dreh- und Angelpunkt aller Überlegungen ist.
Auch aus dem parlamentarischen Raum liegen interessante und gute [...]
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 | Sicherungsverwahrung: Justizministerin sorgt für einheitliche Rechtsprechung |
| Zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Sicherung der Einheitlichkeit
der Rechtsprechung bei Entscheidungen zur Sicherungsverwahrung
(Divergenzvorlage) am 30. Juli 2010 erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Die morgen in Kraft tretende Rechtsänderung schafft mehr
Rechtssicherheit und Rechtsklarheit im rechtspolitisch sensiblen
Bereich der Sicherungsverwahrung.
An dem Urteil des EGMR kann nichts mehr geändert werden -
die deutschen Gerichte müssen es beachten und umsetzen. Ich
habe sehr zügig eine Gesetzesänderung auf den Weg
gebracht, die durch eine Vorlagepflicht an den Bundesgerichtshof
für eine einheitliche Rechtsprechung und damit auch
Rechtspraxis sorgt. Nach dem Urteil des EGMR müssen die
zuständigen Gerichte in jedem Einzelfall prüfen, ob ein
Straftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden muss
oder nicht. Bislang gibt es dazu einige sehr unterschiedliche
Entscheidungen, die auf unterschiedlichen Rechtsauffassungen der
Gerichte beruhen - es kommt zu Entlassungen von [...]
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 | Gleichstellung nichtehelicher Kinder vollenden - Ausnahmen im Erbrecht beseitigen |
| Zu dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsentwurf,
der die erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder
vollendet, erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Kein Kind darf schlechter stehen, nur weil seine Eltern
unverheiratet sind. Nach wie vor gibt es nichteheliche Kinder, die
ihre Väter nicht gesetzlich beerben. Die Ausnahmen auf Kosten
nichtehelicher Kinder werden jetzt beseitigt. In Zukunft werden
alle nichtehelichen Kinder gesetzliche Erben ihrer Väter,
unabhängig vom Alter.
Für künftige Todesfälle kann sich niemand auf
Vertrauensschutz berufen, der letztlich zu neuen Benachteiligungen
führt. Ursprünglich war im Gespräch, nichteheliche
Kinder erst nach hinterbliebenen Ehefrauen und Lebenspartnern erben
zu lassen. Der heute beschlossene Regierungsentwurf verzichtet
bewusst auf Einschränkungen. Die Gleichstellung nichtehelicher
Kinder ist wichtiger als Vertrauensschutz.
Die Reform liegt auf der Linie der Kindschaftsrechtsreform, die
ich vor über zehn Jahren [...]
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 | EU-weite Mindeststandards im Strafverfahren: Weiterer Schritt zur Stärkung der Bürgerrechte |
| Zur heutigen Annahme eines Richtlinienentwurfs zum Recht auf
Information in Strafverfahren durch das Kollegium der EU-Kommission
erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Der heute beschlossene Richtlinienentwurf ist ein weiterer
wichtiger Schritt zur Stärkung der Bürgerrechte in
Europa. Ich habe bereits im November letzten Jahres mit meinen
europäischen Amtskollegen einen konkreten Fahrplan festgelegt,
wie die Rechte von Beschuldigten im Strafverfahren verbessert
werden können. Erstes Projekt war die Verständigung
darauf, dass jeder Beschuldigte das Recht auf einen Dolmetscher und
Übersetzer hat. Künftig soll auch sichergestellt werden,
dass Beschuldigte in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen
über ihre elementaren Rechte belehrt und umfassend informiert
werden. In bestimmten Fällen, etwa bei Verhaftungen, wird es
dafür ein EU-weites einheitliches Informationsblatt, einen
"letter of rights", geben.
Zwischen den Mitgliedstaaten der EU finden sich erhebliche
Unterschiede bei den [...]
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 | Mediation stärken für mehr gemeinsame
Konfliktlösungen |
| Zu dem heute an die Ressorts versendeten Referentenentwurf eines
Mediationsgesetzes erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Der Entwurf eines Mediationsgesetzes soll zu einer erheblichen
Stärkung der außergerichtlichen Streitbeilegung
führen.
In einer veränderte Rechts- und Streitkultur muss den
Möglichkeiten der Mediation mehr Platz eingeräumt werden.
Streitende wissen selbst am besten, wie ihr Konflikt zu lösen
ist. Mediatorinnen und Mediatoren helfen in einem transparenten
Verfahren bei der Suche nach der Problemlösung. Die Mediation
kann zeitaufwändige und kostspielige Gerichtsverfahren
vermeiden helfen. Anders als im Prozess kommen die Konfliktparteien
gemeinsam als Gewinner aus der Mediation.
Strikte Neutralität und Unabhängigkeit der
Mediatorinnen und Mediatoren ist Voraussetzung für eine
erfolgreiche Vermittlung. Die Aufgaben und Pflichten von
Mediatorinnen werden im vorgelegten Gesetzentwurf genau
festgelegt.
Die vorgeschlagene Regelung wird den Ländern zudem die [...]
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 | UN-Kinderrechtskonvention: Rücknahme des Vorbehalts rechtswirksam |
| Zur heutigen Übergabe des Schreibens zur Rücknahme der
Erklärungen zur UN-Kinderrechtskonvention an die Vereinten
Nationen erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Achtzehn Jahre nach Zeichnung ist der Vorbehalt zur
UN-Kinderrechtskonvention endgültig aus der Welt. Mit der
Übergabe des Rücknahmeschreibens an die Vereinten
Nationen demonstriert die Bundesregierung eindrucksvoll, dass das
Kindeswohl im Mittelpunkt ihrer Politik steht.
Kinder und minderjährige Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr
benötigen einen ganz besonderen Schutz und humanitäre
Hilfe. Die Rücknahme des Vorbehalts sollte jetzt den
Ländern Anlass geben, ihre legislative Praxis und die
Gesetzesanwendung kritisch zu überprüfen. Es geht vor
allem um Kinder und Jugendliche in Abschiebehaft. Die Abschiebehaft
muss auf die kürzeste noch angemessene Zeit reduziert
werden.
Auch bei der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetzes, vor
allem bei der medizinischen Versorgung, sollten die
Sozialbehörden auf die besondere [...]
|
 | Kabinett beschließt Änderung des Umwandlungsrechts |
| Zu der heute im Bundeskabinett beschlossenen
Änderung des Umwandlungsgesetzes erklärt
Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den
Wirtschaftsstandort Deutschland weiter zu stärken und
Unternehmen von überflüssigen bürokratischen
Hürden zu befreien. Die heute beschlossene Änderung des
Umwandlungsgesetzes sieht wesentliche Vereinfachungen bei der
Verschmelzung und Spaltung von Unternehmen vor. Dadurch werden die
Kosten von Umwandlungsmaßnahmen deutlich reduziert.
Insbesondere bei der Umstrukturierung von Aktiengesellschaften
werden sich die Änderungen auswirken. Die Neuregelung
führt zu einer spürbaren Entlastung der Unternehmen und
wahrt zugleich den Schutz der Anteilseigner und Gläubiger.
Zum Hintergrund: Das Änderungsgesetz
dient in erster Linie der Umsetzung einer Richtlinie, die der
EU-Ministerrat im Juli vergangenen Jahres beschlossen hatte und die
am 22. Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Das deutsche
Umwandlungsrecht beruht zum Teil [...]
|
 | Bundesverfassungsgerichtsentscheidung: Eilrechtsentscheidung ebnet den Weg für Griechenlandhilfe |
| Zu der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
über die Eilentscheidung zur Verfassungsbeschwerde gegen das
Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz erklärt
Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Bundesregierung ist durch das Bundesverfassungsgericht in
ihrer juristischen Auffassung bestätigt worden, dass ein
Eilrechtsschutz im vorliegenden Fall nicht in Betracht kommt. Wenn
der Vollzug eines Gesetzes ausgesetzt werden soll, ist ein
besonders strenger Maßstab für die Beurteilung der
Voraussetzungen anzulegen.
Das Bundesverfassungsgericht hat die Folgen, die eintreten
würden, wenn die begehrte einstweilige Anordnung erginge,
sorgsam mit der Krisensituation in der Euro-Zone abgewogen. Der von
der Bundesregierung unterstützte Weg der Stabilisierung des
Euros ist damit nicht versperrt.
Die Frage, wie die Stabilität des Euro angesichts der
Schwäche Griechenlands gewahrt bleiben kann, ist zuerst eine
politische und ökonomische.
[...]
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 | Justizministerin: Europaweit mehr Verbraucherschutz beim Timesharing-Urlaub |
| Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum
heute vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf eines Gesetzes
über Teilzeit-Wohnrechteverträge und ähnliche
Urlaubsangebote:
Wir verbessern den Verbraucherschutz beim Timesharing-Urlaub.
Teilzeit-Wohnrechte sind bei deutschen Urlaubern weit verbreitet.
Dabei zahlt der Kunde für das Recht, eine Ferienwohnung oder
ein Hotel jedes Jahr für eine gewisse Zeit zu nutzen. Bisher
gab es immer wieder Kundenfang, viele Urlauber wurden während
des Urlaubs überredet, sich auf zweifelhafte Verträge
einzulassen. Die neue europäische Timeshare-Richtlinie bringt
ganz Europa auf ein höheres Verbraucherschutzniveau, egal ob
die Verträge in Deutschland, Spanien oder einem anderen
EU-Mitgliedstaat geschlossen werden. Die Reform nützt auch den
Unternehmen, weil grenzüberschreitende Geschäfte
erleichtert werden.
Heute haben wir das deutsche Umsetzungsgesetz auf den Weg
gebracht. Verbesserte Informationspflichten sorgen wir für
mehr Transparenz, damit Urlauber eine [...]
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 | Leutheusser-Schnarrenberger: "Keine strafbewehrte Anzeigenpflicht" |
| Nach der Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe I zum Runden Tisch
"Sexueller Kindesmissbrauch" erklärt Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung, die von einer sehr
intensiven, sachlichen und zielorientierten Atmosphäre
geprägt war, stand die Stellung des Opfers von sexuellem
Missbrauch in Straf- und Ermittlungsverfahren. Die Arbeitsgruppe
sprach sich - gerade mit Blick auf die Betroffenen - einmütig
dafür aus, dass es auch künftig keine strafbewehrte
Anzeigenpflicht für Menschen geben soll, die Kenntnis von
sexuellem Missbrauch erlangen. Umso wichtiger erscheint mir die
Selbstverpflichtung von betroffenen Institutionen zu sein,
entsprechende Informationen möglichst rasch freiwillig an die
Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.
Wir werden in unserer Arbeitsgruppe natürlich auch noch die
rechtspolitischen Folgerungen erörtern, die aus den vielen
bekannt gewordenen Missbrauchsfällen gezogen werden
müssen. Hierbei werden wir auch über eine mögliche
Verlängerung der [...]
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 | Leutheusser-Schnarrenberger: Gleichstellung von Lebenspartnern schreitet voran |
| Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum
gestern von der Bundesregierung beschlossenen Jahressteuergesetz
2010:
Mit dem Beschluss des Bundeskabinetts zum Jahressteuergesetz
2010 haben wir die gleichheitswidrige Benachteiligung von
Lebenspartnern im Bereich des Steuerrechts um einen entscheidenden
Schritt abgebaut. Künftig werden Lebenspartner im Erbschafts-
und Schenkungssteuergesetz und im Grunderwerbssteuergesetz genauso
behandelt wie Ehegatten. Das ist ein großer Erfolg auf dem
Weg zur Gleichstellung von Lebenspartnern und Ehegatten, auf die
sich die Koalition nach vier Jahren Stillstand verständigt
hat. Es ist gut, dass die Bundesregierung zügig gehandelt hat
und die Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens nicht auf die lange
Bank schiebt. Lebenspartner, die in einer langjährigen
Partnerschaft leben, gegenseitig unterhaltspflichtig sind und ihren
Partner ggf. bis zum Tode pflegen, werden vom Staat endlich nicht
mehr wie Fremde behandelt.
Zum Hintergrund:
Der vom Bundeskabinett [...]
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